Kambodscha war immer wieder Schauplatz gewalttätiger politischen Repressionen, u.a. durch das Terrorregime der Roten Khmer in den 1970er Jahren. Unter dem seit 1985 amtierenden Premierminister Hun Sen hat sich die Bekleidungsindustrie zu einem dominanten Exportsektor (95 %) entwickelt. Viele namhafte Markenfirmen beauftragen Fabriken in Kambodscha, die sich zu großen Teilen im Besitz von Investoren aus China, Taiwan, Singapur und Malaysia befinden. Durch hartnäckige Proteste der ArbeiterInnen ist der Mindestlohn im vergangenen Jahr angehoben worden, deckt aber immer noch nur einen Bruchteil eines existenzsichernden Lohnes ab.

Forderungen der kambodschanischen TextilarbeiterInnen nach besseren Löhnen wurden von großen gesellschaftlichen Gruppen unterstützt.  Im Dezember 2013  gab es eine Anhebung, die allerdings weit unter einer angemessenen Anpassung lag. Anfang Januar 2014 wurden die Proteste gewaltsam niedergeschlagen (Siehe Bericht aus dem Januar 2014)

Aus dem Bericht “Living Wage in Asia” vom Mai 2014 geht hervor, dass die Kaufkraft der Löhne in Kambodscha zwischen 2001 und 2011 erheblich gesunken ist. Ein existenzsichernder Lohn würde nach Berechnungen der Asia Flor Wage Alliance 286 Euro entsprechen. Der aktuelle Mindestlohn liegt bei ca. 73 Euro. Die ArbeiterInnen fordern 177 Euro.

Das Worker´s Rights Consortium aus den USA hat die Ereignisse und ihre Hintergründe im März 2014 in einem Report zusammengefasst, der jetzt anlässlich der Rundreise kambodschanischer ArbeitsrechtsaktivistInnen durch Europa auf Deutsch veröffentlicht wurde. Am 8./9. Oktober 2014 waren sie in Deutschland zu Gast.

Bericht “Crackdown” in Kambodscha (pdf; 2,6 MB)

Pressemitteilung_INKOTA-Oktober 2014

Bericht “Kampagne für Saubere Kleidung”

Link zum ausführlichen Report auf Englisch/ Clean Clothes Campaign