Löhne, die nicht für ein menschenwürdiges Leben ausreichen, machen Frauen  nicht stark, sondern arm. H&M spricht zwar von einem “fairen Existenzlohn”, doch in den Fabriken, die für das Unternehmen produzieren, stellen viel zu niedrige Mindestlöhne die Basis der Lohnverhandlungen dar.

Ausgerechnet H&M Chef Stefan Persson wurde Ende Oktober von der United Nations Association of New York für seinen Einsatz für die Gleichheit der Geschlechter ausgezeichnet. Durch Aufträge an die Bekleidungsindustrie in Asien hätte H&M mehr als eine Millionen Jobs entstehen lassen und damit zur Erreichung der UN Millenniumsentwicklungsziele beigetragen.

Hier die  Meldung auf  der H&M Internetseite

Leider werden bei Zulieferern von H&M keine existenzsichernden Löhne gezahlt. So leiden z.B. ein Drittel der Näherinnen in Kambodscha unter Untergewicht, was dazu beiträgt, dass sie während der langen Arbeitsschichten in Ohnmacht fallen. Als H&M mit der “Concious Collection” sein Image aufpolieren wollte, hat die CCC mit Aktionen auf der Straße und auf facebook auf diese unwürdigen Zustände aufmerksam gemacht:

H&M concious? ArbeiterInnen UNConcious = ohnmächtig

 Auch beim Firmencheck schneidet H&M nur “So la la” ab. Das Unternehmen könnte sehr viel mehr tun.

Firmencheck H&M

Ebenfalls Ende Oktober 2014 hat ZDF Zoom in Bangladesch Hungerlöhne und überlange Arbeitszeiten sowie beunruhigende Baumängel bei H&M Zulieferern entdeckt. Neuerdings wird auch in Äthiopien für H&M produziert: Noch geringere Löhne als in Bangladesch, kein Mindestlohn.

Und bei all diesen “Sparmaßnahmen” wendet das Unternehmen auch noch Steuertricks an, mit denen die Produktionsländer um wichtige Ressourcen für ihre Entwicklung gebracht werden. Ein wichtiger Blick hinter die Kulissen der globalisierten Modebranche.

ZDF Zoom Reportage “Die billige Masche von H&M”

Mit Frauenförderung hat das alles sicherlich überhaupt nichts zu tun. Wir können nur hoffen, dass H&M die Auszeichnung als Ansporn begreift, seiner Verantwortung für die Beschäftigten endlich nachzukommen.