AktivistInnen auf der ganzen Welt und auch die VertreterInnen von großen Bekleidungsunternehmen sind anlässlich der immer noch nicht gelösten Konflikte zwischen der kambodschanischen Regierung und den Gewerkschaften aktiv geworden. Der Unternehmerverband GMAC verschärft die Situation durch eine Klage.

Allein in Kambodscha fanden im Februar 2014 im Rahmen einer weltweiten Aktionswoche 250 öffentliche Aktionen zur Unterstützung der Forderungen der TextilarbeiterInnen nach einem höheren Mindestlohn und nach Freilassung der immer noch 21 gefangenen Aktivisten. In mindestens 15 Städten weltweit fanden Kundgebungen zur Unterstützung statt.

Die CCC verfasste mit Human Rights Watch einen Brief an die kambodschanische Regierung, der von 12 Menschenrechtsorganisationen unterstützt wurde. Außerdem wurden weltweit Briefe an die jeweiligen kambodschanischen Botschaften geschickt.

Eine Kommission von asiatischen Arbeitsrechtsorganisationen, begleitet von Oxfam Belgien, besuchte Kambodscha im Januar und verfasste einen ausführlichen Bericht (pdf/ englisch).

Auch verschiedenen Markenfirmen (H&M, Adidas, Puma, Inditex, GAP und C&A) haben sich gemeinsam mit den globalen Gewerkschaftsverbänden IndustriALL und ITUC mit dem kambodschanischen Premierminister getroffen. Über die Ergebnisse ist bislang wenig bekannt, außer dass im Mai 2014 ein nächstes Treffen stattfinden soll. Hier ein Artikel zum Treffen in der Pnom Penh Post.

Der Bekleidungsfabrikantenverband Garment Manufacturers Association in Cambodia GMAC hat gegen sechs Gewerkschaften und ihre FunktionärInnen Klage wg. entgangener Gewinnen und Beschädigungen während der Streiks im Dezember und Januar eingereicht. Gleichzeitig wurde berichtet, dass verschiedenen gewerkschaftlichen Gruppen das Recht verwährt wurde, sich offiziell zu registrieren. Damit wäre ihr Recht auf Vereinigungsfreiheit in Frage gestellt (Bericht The Cambodia Daily).

18 gewerkschaftliche Organisationen rufen weiterhin zu Protestaktionen auf, die ihre UnterstützerInnen möglichst wenig gefährden, aber dennoch Wirkungen entfalten:

– Vom 24. – 28. Februar 2014 wurden Überstunden verweigert.

– Am 8. März wird der Premierminister zu einem öffentlichen Forum mit ArbeiterInnen und Beschäftigten des öffentlichen Dienstes eingeladen.

– Bei einem landesweiten Streik bleiben die ArbeiterInnen vom 12. – 15. März zu Hause. Vom 16. – 19. März werden sie zwar in die Fabriken gehen, aber dort nicht arbeiten.

Damit die internationale Öffentlichkeit von den Auseinandersetzungen in Kambodscha Notiz nimmt, ist es wichtig, immer wieder mit Aktionen in unseren Einkaufsstraßen auf die Situation und ihre Hintergründe aufmerksam zu machen. Hier und hier findet Ihr Beispiele.