Seit mehr als 15 Jahren stellen Schuh- und Bekleidungsfabriken in Albanien den größten Exportsektor. Doch scheinbar vollzieht sich das „albanische Wirtschaftswunder“ auf Kosten der Arbeiterinnen und Arbeiter. In einer aktuellen Studie der Clean Clothes Campaign vom Juni 2016 geben die Hälfte der Befragten an, dass sie für eine reguläre Arbeitswoche noch nicht einmal den viel zu geringen Mindestlohn in Höhe von 140 Euro/ Monat erhalten.

 

Investoren wurden mit zahlreichen Vergünstigungen angelockt, die allerdings „ihren Preis“ haben . Das bezieht sich nicht nur auf die Löhne, die weit unter der Armutsgrenze liegen, sondern auch auf zahlreiche andere Verstöße gegen grundlegende Arbeitsrechte:

Überstunden werden nicht bezahlt, Frauen erhalten weniger Geld für die gleiche Arbeit als Männer, kein Zugriff auf den Arbeitsvertrag, Erkrankungen durch schädliche Chemikalien, und keine Möglichkeiten zur gewerkschaftlichen Organisation. Ko-Autorin Bettina Musiolek spricht vom „Bangladesch Europas“.

Alle Details zum „Hinterhof der italienischen Schuhbranche“ finden Sie im Länderprofil Albanien, auch auf albanisch. Weitere Reportagen über „Niedriglohnländer“ in Europa finden Sie HIER.
Den Artikel im Guardian können Sie HIER nachlesen. Ein kleiner Nachschlag zum Artikel: Arbeiter*innen arbeiten nicht an 60, sondern an bis zu 600 Schuhpaaren pro Tag.
Auch in Albanien hat die Studie eine große Resonanz. Unter anderem hat die FES Albanien den Report auf ihrer Website veröffentlicht.