„Living Wage Now!“ führt uns nach Indien, Bangladesch, Kambodscha, Indonesien, Sri Lanka und Pakistan. Der Großteil der Arbeiter*innen sind Frauen, die ihre Familien ernähren müssen. Dadurch sind sie extrem abhängig von den Arbeitgeber*innen. Durch sensible Interviews, eindeutige Bilder und Einschätzungen von Expert*innen wird ein eindringliches Szenario gezeigt: Überstunden werden erzwungen oder nicht bezahlt, Gewerkschaften behindert, Proteste gewaltsam unterbunden und der Lohn reicht nicht zum Leben. Die Direktorin von `Labour Behind The Label´ Anna McMullen spricht von einer Industrie der modernen Sklaverei.

Auch in Südosteuropa lässt die Textilindustrie billig nähen. Genau wie in Asien gibt es hier eine große Differenz zwischen dem gesetzlichen Mindestlohn und dem benötigten Existenzlohn. Die Schweizer Radiosendung `International´ vom SRF http://www.srf.ch/sendungen/international/30-rappen-pro-stueck-fuer-bulgariens-naeherinnen hat mit Näherinnen in Bulgarien gesprochen.
Sowohl im Film als auch in der Radiosendung wird die geringe Wertschätzung für Arbeitskräfte in der Modeindustrie auf dem Weltmarkt thematisiert. Die Preise für Klamotten sinken stetig. Die Clean Clothes Campaign hat berechnet, dass ein Existenzlohn für die Arbeiter*innen in Asien sich mit nur 10 Cent mehr pro Shirt niederschlagen würde. Die großen Modemarken müssen sich endlich ihrer Verantwortung stellen und ihre Einkaufspraktiken entsprechend verändern.

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