Seit die ArbeiterInnen in Kambodscha einen höheren Mindestlohn fordern, sind sie massiven Repressionen ausgesetzt: Mindestens vier Protestierende wurden von der Polizei erschossen und 23 ArbeitsrechtsaktivistInnen wurden zu hohen Strafen verurteilt.

Aktionstag 17.09.2014

Aber die kambodschanischen ArbeiterInnen geben nicht auf. Neue offizielle Studien haben festgestellt, dass der Grundbedarf einer Familie in Kambodscha bei 177 $ liegt. Also fordern Tausende ArbeiterInnen beim Aktionstag am 17.09.2014 eine Anhebung des Mindestlohnes auf diese Summe.

Die Regierung behauptet, dass die internationalen Unternehmen dann ihre Aufträge abziehen würden. Deshalb richtet sich der Aktionstag auch an die Bekleidungsunternehmen H&M, Adidas, Levi Strauss, Zara, Puma und C&A :

  • – Sie sollen direkt mit den Kambodschanischen Gewerkschaften verhandeln,
  • – von ihren Zulieferfabriken die Zahlung eines Mindestlohns entsprechend 177 $ verlangen und entsprechende Preise  zahlen und
  • – sich dazu verpflichten, mit kambodschanischen Firmen, die Arbeitsrechte beachten, längerfristige Geschäftsbeziehungen einzugehen.

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Am Aktionstag gab es Solidaritätsaktionen u.a. in den Niederlanden, Polen, Tchechien, Österreich, Dänemark, Belgien, Großbritannien, Spanien, der Schweiz, Canada, den USA, Australien, Malaysia, Korea und Indonesien.

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Hintergrund:

In Kambodscha lassen viele international bekannte Marken wie z.B. H&M,  Adidas, Levi Strauss, Zara, Puma und C&A fertigen. In der kambodschanischen Textilindustrie sind über 500.000 Menschen beschäftigt. Der Anteil an der kambodschanischen Exportindustrie beträgt ca. 95% und entspricht einem Wert von 3,38 Milliarden US-$ im Jahr. Der Mindestlohn liegt weit unterhalb eines existenzsichernden Lohnes. Die „Hungerlöhne“ der ArbeiterInnen führen u.a. zu Unterernährung und Ohnmachtsanfällen unter der vornehmlich weiblichen Arbeiterschaft.

Die kambodschanischen Gewerkschaften fordern daher eine deutliche Anhebung des Mindestlohnes. 2013 zeigten Streiks und Massendemonstrationen eine breite Unterstützung in der Bevölkerung. Daraufhin hob die Regierung den Mindestlohn zwar an, aber nur auf 100 $ statt der geforderten Summe. Die folgenden Proteste wurden von Polizei und Militär gewaltsam zerschlagen: Mindestens vier Menschen starben, 23 Arbeitsrechtsaktivisten wurden verhaftet und z.T. zu hohen Strafen verurteilt, viele BürgerInnen wurden verletzt.