Die US-amerikanische Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat nachgeforscht, ob sich die skandalösen Arbeitsbedingungen in kambodschanischen Bekleidungsfabriken endlich verbessert haben … und die Ergebnisse in ihrem Report „Work faster or get out!“ veröffentlicht.

Kambodscha gilt als einer der billigsten Produktionsstandorte in Asien. Viele renommierte Markenfirmen lassen dort produzieren. Mehr als 80 Prozent der Exporterlöse des Landes werden in dieser Branche erwirtschaftet (Siehe auch Länderdossier der CCC zu Kambodscha von 2013).

Schon vor Jahren erlangte Kambodscha zweifelhafte Berühmtheit als das Land, in dem Näher*innen so mangelhaft ernährt sind, dass sie während der Arbeit ohnmächtig zusammenbrechen (s. Bericht). Ende 2013 forderte eine breite Massenbewegung endlich einen existenzsichernden Mindestlohn. Die Regierung bot daraufhin eine Anhebung an, die von den Gewerkschaften als „viel zu wenig“ abgelehnt wurde. Kurz darauf wurden die Proteste gewaltsam niedergeschlagen (mindestens vier Tote) und etliche Gewerkschafter verhaftet. (s. Bericht)

In dieser Situation solidarisierten sich nicht nur Arbeitsrechtsaktivist*innen auf der ganzen Welt, sondern auch namhafte Bekleidungsunternehmen mit den Forderungen der Arbeiter*innen.

Der Bericht von Human Rights Watch (HRW) deckt jetzt auf, dass in Fabriken in Kambodscha immer noch gegen grundlegende Menschenrechte verstoßen wird (Auch Spiegel Online berichtete). Und das trotz der weltweiten Aufmerksamkeit und obwohl die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Kambodscha schon 2001 das sogenannte Better Factories Programm eingeführt hatte.

Entsprechend formuliert HRW zwar in erster Linie Forderungen an die kambodschanische Regierung, nimmt aber auch die internationalen Markenfirmen, den Verband der kambodschanischen Bekleidungsfabrikanten, internationale Organisationen, Gewerkschaften und die Heimatländer der Markenfirmen  in die Pflicht, endlich gegen die fatalen Zustände vorzugehen. So werden auch in Fabriken, die für internationale Markenfirmen produzieren, nicht einmal die viel zu niedrigen Mindestlöhne gezahlt.