Ein glückliches Zusammentreffen! Mehr als 50 bunt zusammengewürfelte Leute aus aller Welt kamen ein einem sonnigen Wochenende in Dresden zusammen, um sich kennen zu lernen, sich zu informieren, zu feiern und gemeinsam für existenzsichernde Löhne aktiv zu werden.

„Selten so schnell so viele gute Ideen umgesetzt!“ Das war das Fazit einer Teilnehmerin nach dem Aktionsworkshop zum Thema „Lohn zum Leben“ am ersten Septemberwochenende in Dresden. Dieses Lob ging selbstverständlich nicht nur an den agilen Aktionstheaterprofi Harald Hahn, der nicht müde wurde, die Spielenden zu inspirieren und zu ermutigen, sondern an alle Beteiligten, die ihre Kreativität, ihren Witz und ihre Bereitschaft zum vollen körperlichen Einsatz mitgebracht hatten.

Und in der Tat staunten viele darüber, wie in der kurzen Zeit genug Vertrauen aufgebaut wurde, um mit eigenen theatralischen Beiträgen für eine Verbesserung des harten Lebens in den weltweiten Nähfabriken vor die Dresdener Öffentlichkeit zu treten. Damit war Aufmerksamkeit für die Forderung „Weg mit den Hungerlöhnen!“ geschaffen. Ein Thema,  das vielen Leuten im Publikum nicht fremd war.

Inhaltliche Grundlage für die Aktivitäten waren die Ergebnisse des Firmenchecks und der Studie „Im Stich gelassen“ über Löhne im Globalen Osten, die die Clean Clothes Campaign (CCC)  im Juni 2014 veröffentlicht hat. Am ersten Abend berichteten KooperationspartnerInnen der CCC, die in Kroatien, Moldavien, Rumänien und der Türkei aktiv an der Studie mitgearbeitet haben, im alternativen Zentrum Freiraum Elbtalaue von der Situation in ihren Ländern.

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Nach einer angeregten Diskussion, die auch grundsätzliche Zweifel an der Wachstumsgesellschaft und dem Lohnarbeitssystem nicht aussparte, wurde erst einmal getanzt: Den energiegeladenen Rhythmen der Banda Comunale konnte kaum einE AktivistIn widerstehen.

Am nächsten Tag ging es weiter mit Diskussionen z.B. über „Made in Europe“, das Verhalten unterschiedlicher Firmen in der Lohnfrage, den Begriff „Globaler Osten“, die Darstellung von Arbeiterinnen in Filmen und eine neue Initiative aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Und Aufwärmen, Ideen entwickeln, Ausprobieren, Lachen und Üben, Üben, Üben …

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Und schließlich war den TeilnehmerInnen auch noch am Sonntag Glück beschert: Trotz negativer Prognosen schmetterte die Sonne und auf einem Töpfermarkt in der City fanden sich aufmerksame ZuschauerInnen.

 Fazit: Eine gelungene Veranstaltung, die viele Anregungen und Gelegenheiten zur Vernetzung gegeben hat. Lasst uns den Schwung nutzen und an vielen Orten vervielfältigen!

Dank an das Team des Entwicklungspolitischen Netzwerks Sachsen, die wunderbaren Übersetzerinnen, die Leute vom CVJM, die ihr fabelhaftes Schiff mit erstklassiger vegetarischer Küche zur Verfügung gestellt haben, Kristin Eubling vom MOVE IT! Filmfestival, Inkota, die Berliner Aktionsgruppe, Harald Hahn (!!!), die Banda Comunale, dem Freiraum Elbtal, den Gästen aus Georgien, Kroatien, Moldavien, der Schweiz und der Türkei, das Studienbegleitprogramm für Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika STUBE, den KooperationspartnerInnen und GeldgeberInnen sowie natürlich an alle, die dabei waren!